Fachportal und Datensammlung

Das Fachportal atommuellreport.de sichert das Wissen über Atommüll und seine Gefahren, um es über viele Jahrzehnte zu erhalten. In der Rubrik "DATEN" werden Atomanlagen beschrieben, in denen Atommüll produziert wird oder lagert. In der Rubrik "THEMEN" werden die diversen Themen rund um den Atommüll aufbereitet. Gleichzeitig will der Atommüllreport die Fachdebatte fördern und die nächste Generation für die Probleme interessieren. Mehr dazu unter "PROJEKTE".

Sommerakademie 8.-12.08.2022 in Wolfenbüttel

Ein Endlager in Deiner Nachbarschaft?
Stell Dir vor in Deiner Nachbarschaft soll ein Endlager für Atommüll gebaut werden. Ist es wirklich so sicher wie behauptet? Was, wenn nicht? Genau für diesen Fall brauchst Du Expertise, Fachwissen und Ahnung wie die Politik in dieser Situation funktioniert!

2022 führen wir wieder eine Sommerakademie zum Thema „Atomares Erbe“ – Herausforderungen für die nächsten Generationen" durch. Die Veranstaltung ist als reine Präsenzveranstaltung geplant und soll vom 8.-12. August in Wolfenbüttel stattfinden. Weitere Informationen

Erst 378 Gebinde mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in der Verantwortung der BGZ

Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH betreibt gemäß Entsorgungsübergangsgesetz vom 27.01.2017 [1] inzwischen folgende, bereits seit Jahren in Betrieb befindliche Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (Stand 26.10.2021 - Die BGZ hat alle Zwischenlager umbenannt, zur besseren Zuordnung sind die alten Bezeichnungen mit aufgeführt.): [2]

Darüber hinaus wird die BGZ ebenfalls gemäß Entsorgungsübergangsgesetz vom 27.01.2017 folgende im Bau befindlichen Zwischenlager übernehmen:

Die Zwischenlagergebühren für alle Abfallgebinde in den BGZ-Zwischenlagern übernimmt der staatliche "Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung" doch fast alle eingelagerten Abfallgebinde befinden sich noch im Besitz der AKW-Betreiber. In den BGZ-Zwischenlagern lagern insgesamt 17.822 Abfallgebinde, doch erst 62 davon, also 0,35 %, sind mit Stichtag zum 07.04.2021 bereits an die BGZ übertragen worden. [3]

Die Voraussetzung für die Eigentumsübertragung legt der öffentlich-rechtliche Vertrag fest, den die Bundesregierung am 26.06.2017 mit EnBW AG, E.ON SE, RWE AG, Stadtwerke München GmbH und Vattenfall GmbH geschlossen hat:  "Radioaktive Abfälle, die in die Bereitstellungslagerung übergeben werden, müssen konditioniert (d.h. verarbeitet und/oder verpackt) sein. Die Gebinde müssen so beschaffen sein, dass sie die nachfolgenden aus sicherheitsanalytischen Untersuchungen abgeleiteten Anforderungen im unmittelbaren Vorfeld der Bereitstellungslagerung erfüllen." [4] Demnach können nur Abfallgebinde, die den Einlagerungsbedingungen für Schacht KONRAD (Stand Dezember 2014) [5] entsprechen, an die BGE abgegeben werden.

Neben den 62 Gebinden mit radioaktiven Abfällen in ihren eigenen Zwischenlagern wurden weitere 316 Gebinde an die BGZ übertragen, die in Zwischenlagern privater Betreiber lagern:

"Nachfolgender Tabelle sind die derzeitigen Lagerorte und die Herkunft jener 378 Abfallgebinde zu entnehmen, die bereits an die BGZ übertragen wurden (Stichtag: 7. April 2021). Die Gebinde befinden sich zum größten Teil in Einrichtungen, die nicht durch die BGZ betrieben werden. Lediglich die Abfallzwischenlager Ahaus und Würgassen werden durch die BGZ betrieben." [3]

Lager Herkunft Gebindeanzahl
AZA Ahaus Lingen 1
AZA Ahaus Würgassen 31
AZW Würgassen Würgassen 30
DAHER Nuclear Technologies Hanau Mülheim-Kärlich 12
DAHER Nuclear Technologies Hanau Siemens-Brennelementwerk Hanau 69
Gundremmingen Gundremmingen 120
Brunsbüttel Krümmel 31
Neckarwestheim Neckarwestheim 73
Zwischenlager Mitterteich Gundremmingen 9
Zwischenlager Mitterteich Ohu / Isar 2
Gesamt   378

Quellen

[1] Gesetz zur Regelung des Übergangs der Finanzierungs- und Handlungspflichten für die Entsorgung radioaktiver Abfälle der Betreiber von Kernkraftwerken (Entsorgungsübergangsgesetz), 27.01.2017, zuletzt geändert 05.05.2017

[2] bgz.de: Übersicht der BGZ-Zwischenlager, abgerufen am 26.10.2021

[3] Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Hubertus Zdebel, Victor Perli, Lorenz Gösta Beutin, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Kosten und Verteilung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle in den Zwischenlager der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung mbH, Drucksache 19/32620, 29.09.2021

[4] ÖFFENTLICH-RECHTLICHER VERTRAG zwischen 1. der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie sowie 2. der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, vertreten durch Dr. Frank Mastiaux, 3. der E.ON SE, vertreten durch Dr. Johannes Teyssen, 4. der RWE AG, vertreten durch Dr. Rolf Martin Schmitz, 5. der Stadtwerke München GmbH, vertreten durch Dr. Florian Bieberbach, 6. der Vattenfall GmbH, vertreten durch Axel Pinkert, Berlin 26.02.2017

[5] Bundesamt für Strahlenschutz (Hg: Dr. Peter Brennecke): Anforderungen an endzulagernde radioaktive Abfälle (Endlagerungsbedingungen, Stand: Dezember 2014) - Endlager Konrad 

Nach Gorleben auch Schacht KONRAD aufgeben

77 Anti-Atom-Initiativen aus ganz Deutschland, sowie Umweltverbände unterstützen die Forderung, nach Gorleben auch Schacht KONRAD aufzugeben. Das geplante Atommülllager KONRAD, ein Eisenerzbergwerk in Salzgitter, das nachgenutzt werden soll und das ebenfalls aus den 1970er Jahren stammt und für das es ebenfalls kein Standortauswahlverfahren gegeben hat, wäre nach heutigem Stand von Wissenschaft und Technik nicht mehr genehmigungsfähig. Die Organisationen fordern die sofortige Aufgabe des Projektes Schacht KONRAD! Für alle Arten radioaktiver Abfälle muss ein vergleichendes und transparentes Standortauswahlverfahren umgesetzt werden, heißt es in der Resolution die im Rahmen der Atommüllkonferenz beschlossen wurde. Weiterlesen

Online-Vorträge: Atommüll - Über GAUkeleien und KERNkompetenzen

2022 sollen die letzten Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden. Doch der Ausstieg ist noch lange nicht das Ende der Geschichte. Wie kann der Atommüll über mindestens eine Million Jahre sicher gelagert werden? Der Atommüllreport hat im Sommer 2020 eine Online-Veranstaltungsreihe durchgeführt. Die Veranstaltungen wurden aufgezeichnet. Sie erfahren von ausgewiesenen Expert*innen Wissenswertes über die Wirkung radioaktiver Strahlung, die Probleme bei der Atommülllagerung und der Standortsuche für ein tiefengeologisches Lager. Anhand der existierenden Projekte ASSE II, Schacht KONRAD und Gorleben wird deutlich, wie es nicht funktioniert. Weitere Themen sind die Zwischenlagerung, der Uranabbau und die Kosten der Atommülllagerung. Themen, Präsentationen und Videos

Archiv Deutsches Atomerbe

Mehr als 60 Jahre Atomforschung und Atomenergienutzung in Deutschland und fast ebenso lange dauert die gesellschaftliche Auseinandersetzung darum. Die Anti-Atom-Bewegung hat Geschichte geschrieben. Doch wer bewahrt sie auf? Wer macht sie für die nächste Generation zugänglich? Und wer bereitet sie historisch auf? Zu diesem Zweck wurde am 25. Oktober 2018 der Verein "Archiv Deutsches Atomerbe" in Braunschweig gegründet. DAs Archiv sammelt alles was mit der Atomenergienutzung und der Atommüllproduktion in Deutschland und darüber hinaus zusammenhängt, wissenschaftliche Gutachten, Betreiberinformationen, politische Schriften, aber vor allem alle Unterlagen zur Geschichte der Anti-Atom-Bewegung in Deutschland. 

Informationen zu Kosten und Finanzierung aktualisiert und ergänzt

Nachdem bereits die Atomkraftwerksbetreiber ihre finanziellen Risiken im Umgang mit den radioaktiven Abfällen erfolgreich auf den Staat überwälzt haben, will nun auch der Siemens-Konzern die Verpflichtungen für die Behandlung und Lagerung seiner radioaktiven Altlasten loswerden und führt dazu bereits Gespräche mit der Bundesregierung. Wir haben die Informationen zum Thema Kosten, zum Entsorgungsfonds, den Rückstellungen, der Geschichte der Finanzierung und zur Haftung und Deckungsvorsorge umfassend aktualisiert und ergänzt. Zusätzlich gibt es einen Überblick über die Situation in FinnlandSchweden und der Schweiz.

Stilllegung und Rückbau

An vielen Standorten in Deutschland laufen derzeit Genehmigungsverfahren für die Stilllegung und den Abriss der Atomkraftwerke. Mehr zum Stand der Rückbauprojekte, zu den einschlägigen Unterlagen und dem Forderungskatalog der Atommüllkonferenz.

Konditionierung radioaktiver Abfälle

Radioaktive Abfälle werden durch die Konditionierung in einen chemisch stabilen und in Wasser nicht oder nur schwer löslichen Zustand überführt und in ihrem Volumen reduziert. Mehr zu den Verfahren, wo konditioniert wird und welche Firmen daran verdienen.

Zwischenlagerung

Eines ist sicher: Die radioaktiven Abfälle werden noch lange in Zwischenlagern aufbewahrt werden müssen. Bestrahlte Brennelemente und verglaste hoch radioaktive Abfälle lagern derzeit in 38 Lagerstätten (Nass- und Trockenlager) in Deutschland. Ähnlich viele Zwischenlager gibt es für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und es werden mehr. An fast allen AKW-Standorten werden Zwischenlager für Abrissabfälle errichtet. Mehr über Bauweisen, Standorte und Belegung, das Brunsbüttel-Urteil, die zeitliche Dimension, sowie die Umstrukturierungen im Zwischenlagerbereich.

Endlagerpolitik in Deutschland

Die Bilanz nach 50 Jahren Endlagerpolitik in Deutschland fällt nüchtern aus: Zwei havarierte Salzstöcke, ein dritter, der seit 40 Jahren heftig umstritten und geologisch ungeeignet ist und ein genehmigtes Erzbergwerk, dessen Umbau zu einem Atommülllager erhebliche Probleme mit sich bringt. Bei der Wismut in Sachsen und Thüringen werden die Halden und Absetzbecken einfach als oberflächennahe, dauerhafte Abfalllager für radioaktiven Schrott und Bauschutt genutzt. Mehr zu den Endlagerprojekten, Sicherheitsanforderungen und der Rechtsentwicklung im Endlagerbereich.

(Atom-)Kommissionen der Bundesregierung

Das Bundesumweltministerium lässt sich in der Atompolitik von einer Vielzahl von ständigen Kommissionen beraten. Dazu kommen zeitlich befristete Kommissionen, die an die Bundesregierung oder den Bundestag angebunden waren. Mehr zu Zusammensetzung, Aufgaben und Ergebnissen.

Atomaufsicht

Die Bundesländer genehmigen Errichtung, Betrieb und Abriss der kerntechnischen Anlagen und führen im Auftrag des Bundes Aufsicht darüber. Der Bund kann aber Weisungen erteilen, denen die Länder folgen müssen. Mehr zu den Zuständigkeiten, atomaufsichtlichen Weisungen und Urteilen des Bundesverfassungsgerichts.