NUKEM Technologies

Anlage

 

Name des Unternehmens:

NUKEM Technologies GmbH

Bundesland:

Bayern

Eigentümer:

JSC Atomstroyexport (Tochter der russischen Rosatom-Holding)

Unternehmenssitz:

Alzenau

MitarbeiterInnen:

257 [1]

Jahresumsatz:

Umsatzklasse 10-50 Mio. €, Stammkapital 3,86 Mrd. € [1]

Geschäftsbereiche:

Weltweit einziger Anbieter von Technologien zur Herstellung von Brennelementen für Hochtemperaturreaktoren [2]

Stilllegung von nuklearen Anlagen

Behandlung, Konditionierung und Freigabe radioaktiver Abfälle

Management von radioaktivem Abfall und abgebrannten Brennelementen

Bau von Zwischen- und oberflächennahen Endlagern (Tschernobyl, Irak)

Ingenieurdienstleistungen und Consulting [3]

International: [4]

Kozloduy (Bulgarien): Bau eines Brennelemente-Zwischenlagers (Konsortium mit GNS)

Brennilis (F): Rückbau des 1985 stillgelegten Schwerwasserreaktors (Konsortium mit der französischen ONET)

Ignalina (Litauen): Bau eines Brennelement-Zwischenlagers (Konsortium mit GNS), Bau und Inbetriebnahme eines Abfallbehandlungszentrums und Zwischenlagers für kurz- und langlebige radioaktive Abfälle. Beide Projekte werden vom Ignalina International Decommissioning Support Fund (IISDF) über die European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) finanziert. Sie haben ein Auftragsvolumen von 193,5 Mio. € und. 120,1 Mio. €.

AKW Leningrad (Russland) / AKW Kursk (Russland) / AKW Zaporoskye (Ukraine) / AKW Rivine (Ukraine): Bau bzw. Lieferung von Abfallbehandlungsanlagen 

Tschernobyl (Ukraine): Lieferung von Abfallbehandlungsanlagen, Bau eines oberflächennahen Endlagers für kurzlebige radioaktive Abfälle und Bau eines Zwischenlagers für langlebige radioaktive Abfälle (Finanzierung aus dem EU-TACIS-Programm, Volumen 47,7 Mio. €)

Fukushima (Japan): Machbarkeitsstudie für den Rückbau [5]

Irak: Standortsuche und Errichtung eines oberflächennahen Endlagers, finanziert von der EU, Volumen 1,75 Mio. € [6]

Indonesien: Planung eines HTR-Versuchsreaktors [7]

Stilllegung und Rückbau:

Rückbau des VAK Kahl [8] 

Konsortionalführer beim Rückbau des MZFR Karlsruhe [9]

Konditionierungs-anlagen:

Portfolio: Von einzelnen Komponenten über die Auslegung, Lieferung und Inbetriebnahme von kompletten Abfallbehandlungszentren bis zu zusätzlichen Serviceleistungen wie die Entsorgung von Abfällen mit eigenen Geräten und eigenem Personal. [10]

Zerlegetechniken

  • Fräsmodule zur Unterwasserzerlegung
  • Unterwasserscheren
  • Manipulatorträgersysteme
  • Wasserstrahl-Schneidanlagen
  • Plasma-Schneidanlagen
  • Trockenzerlegeverfahren (Sägen, Scheren, usw.)

Dekontamination

  • Mechanische und chemische Dekontaminationstechniken
  • Dekontaminations- und Demontagearbeiten

Konditionierung

  • Verdampfung
  • Aufkonzentrierung
  • Zementierung
  • In-Fass-Trocknung
  • Verglasung
  • Nuklid-Abtrennung
  • Pyrolyse
  • Ultrafiltration / Umkehr-Osmose
  • biologische Abwasserbehandlung
  • Sortierung
  • Hochdruckpressung
  • Verbrennung
  • Pyrohydrolyse

Monitore

  • Monitore zur Bestimmung charakteristischer Kenngrößen (Abbrand, Restaktivität, etc.) u.a. bei bestrahlten Brennelementen oder Abfällen.

Freimessen und Freigabe

  • In-situ-Freimessung von Gebäuden und Außenflächen
  • y-Spektrometrie an Einzelgebinden
  • Entlassung von Einrichtungen aus dem Atomgesetz

Historie:

01.04.1960 gegründet von Degussa (52,5%), Rio Tinto (22,5%), Metallgesellschaft (15%) und Mallinckrodt (10%).

1965 Einstieg von RWE, später übernahm RWE NUKEM zu 100%.

1988 Nach jahrelangem Betrieb der Hanauer Plutonium- und Brennelementfabriken ohne erforderliche Sicherheitsnachweise und ordentlicher Genehmigung, brachte der Skandal um die RWE NUKEM-Tochter Transnuklear das Unternehmen ins Straucheln. Jahrelang wurden rund 100 Mitarbeiter aus kerntechnischen Anlagen geschmiert, um Aufträge zu erhalten. Anstatt die Abfälle der Firmen ordnungsgemäß zu behandeln wurden sie in das belgische Atomzentrum Mol verbracht, dort zusammengemischt und falsch deklariert wieder zurück transportiert. Die NUKEM-Anteile der Firmen ALKEM und RBU übernahm Siemens. Die anderen Anlagen von NUKEM wurden stillgelegt. [11]

Juli 2000: Verschmelzung der NUKEM Nuklear mit der Decommissioning Technologies DETEC GmbH, einer auf die Stilllegung kerntechnischer Anlagen spezialisierten Tochter von RWE NUKEM (51%) und Siemens (49%)

Mitte 2006 Verkauf der RWE NUKEM an den Finanzinvestor Advent International. Aufspaltung in

NUKEM Technologies: Bau und Rückbau von Atomanlagen, Abfallbehandlung und Bau von Zwischen- und Endlagern und

NUKEM Energy Solutions: Handel mit Uran und speziellen Isotopen. (Die NUKEM Energy Solutions wurde 2013 von der kanadischen CAMECO Corporation übernommen. Die amerikanische Tochter NUKEM Corp. Wurde von Energy Solutions und die britische Tocher NUKEM LtD von der französischen Freyssinet übernommen.)

Oktober 2006: Korruptionsvorwürfe gegen NUKEM Technologies-Mitarbeiter in der Ukraine [12]

01.10.2007: Verkauf der NIS Ingenieurgesellschaft an die Siempelkamp-Gruppe

01.01.2009 Übernahme der NUKEM Technologies durch die russische Atomstroyexport

Adresse

 

Zentrale:

NUKEM Technologies GmbH, Industriestraße 13, 63755 Alzenau, Tel.: 06023 / 9104, Fax: 06023 / 911188, info(at)nukemtechnologies.de, www.nukemtechnologies.com

Quellen

[1] wer-zu-wem.de: Nukem Chemieunternehmen aus Alzenau

[2] nukemtechnologies.com: Technologien für HTR-Brennelemente

[3] nukemtechnologies.com: Kernkompetenzen.html

[4] nukemtechnologies.com: Projekte

[5] nukemtechnologies.com: NUKEM Technologies erhält Auftrag für die Erstellung von vier Machbarkeitsstudien für Fukushima

[6] nukemtechnologies.com: Von NUKEM Technologies geführtes Konsortium gewinnt Ausschreibung für ein Projekt zu nuklearer Sicherheit im Irak

[7] nukemtechnologies.com: NUKEM Technologies gewinnt als Mitglied eines Konsortiums Ausschreibung für die Planung eines Versuchsreaktors in Indonesien

[8] nukemtechnologies.com: Mit dem Kamin verschwindet der letzte weithin sichtbare Teil des VAK

[9] nukemtechnologies.com: Einzigartiges Schneidverfahren bei Unterwasserzerlegung im MZFR erfolgreich eingesetzt

[10] nukemtechnologies.com: Management radioaktiver Abfälle

[11] umweltfairaendern.de: Hanau, Plutonium, Transnuklear-Skandal: “Der Anfang vom Ende des Atomdorfs”

[12] "Korruption in Tschernobyl – Kampf mit harten Bandagen", faz.net, 27.10.2006