Konditionierung

Hintergrund

Durch die Konditionierung radioaktiver Abfälle werden diese in einen chemisch stabilen und in Wasser nicht oder nur schwer löslichen Zustand überführt und in ihrem Volumen reduziert. Das Verfahren richtet sich nach dem zu behandelnden Material. Nach der Verpackung in entprechende Behälter werden die konditionierten Abfälle in Zwischenlager verbracht.

Die konditionierten Abfälle müssen die Transport- und Zwischenlagerbedingungen einhalten. Zur späteren Einlagerung in einem Endlager müssen die Abfälle gemäß den spezifischen Endlagerbedingungen konditioniert oder nachkonditioniert worden sein.

Abgebrannte Brennelemente werden während zwei- bis dreimonatigen Beladekampagnen an den Atomkrafterksstandorten getrocknet und in Behälter verpackt. Hoch und mittelradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung werden verglast.

Schwach- und mittelradioaktive Abfälle werden in zentralen Einrichtungen oder an den Anlagenstandorten mit stationären und mobilen Anlagen konditioniert. Im Zuge des Rückbaus von Atomanlagen erlangen die dezentralen Konditionierungseinrichtungen sowie die Freimessung radioaktiver Abfälle zunehmend an Bedeutung.

In einer Konditionierungsanlage wird offen mit radioaktiven Stoffen umgegangen. Im Normalbetrieb entstehen Strahlenbelastungen durch Direktstrahlung und Ableitungen mit Abluft und Abwasser, bei Störfällen durch Freisetzung radioaktiver Stoffe. Es müssen die Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung eingehalten werden, jeweils 0,3 mSv/Jahr durch Abluft und Abwasser und 50 mSv bei Störfällen. Da die Ableitungen aus Konditionierungsanlagen nicht veröffentlicht werden müssen, ist eine unabhängige Überprüfung nicht möglich.

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Den Konditionierungssektor teilen sich im Wesentlichen vier Firmen. An vorderer Linie die Gesellschaft für Nuklearservice GmbH (GNS), die den vier großen Energiekonzernen gehört und die Energiewerke Nord GmbH (EWN), die zu 100 Prozent im Besitz des Bundes ist. Des weiteren hat sich das Familienunternehmen G. Siempelkamp GmbH & Co KG auf die Schmelze radioaktiven Schrotts spezialisiert und die Fa. Eckert & Ziegler Nuclitec GmbH aus Braunschweig möchte ihre Anteile am Konditionierungsmarkt ausweiten.

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Abgebrannte Brennelemente werden an den Kraftwerksstandorten getrocknet und in CASTOR-Behälter umgeladen. Schwach- und mittelradioaktive Abfälle werden in zentralen Einrichtungen oder an den Anlagenstandorten mit stationären und mobilen Anlagen konditioniert. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über die Konditionierungsstandorte in Deutschland.

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Mit der Konditionierung radioaktiver Abfälle werden diese in einen chemisch und physikalisch stabileren Zustand gebracht und damit die Gefahr unerwünschter Reaktionen reduziert. Je nach Zusammensetzung der radioaktiven Abfälle, nach ihrem Zustand und ihren radiologischen Eigenschaften, kommen unterschiedliche Verfahren zur Konditionierung zum Einsatz. Neben der Stabilisierung der Abfälle ist die Reduktion des Volumens oberstes Ziel bei der Konditionierung. Schließlich würde ein Kubikmeter Einlagerungsvolumen im geplanten Atommülllager Schacht KONRAD nach heutigen Schätzungen 25.000 Euro kosten. Im Entsorgungsübergangsgesetz von 2017 hat der Gesetzgeber deshalb festgelegt, dass die öffentliche Hand keine radioaktiven Abfälle in den staatlichen Zwischenlagern annimmt, die nach geltender Rechtslage durch Freigabe aus dem Atomrecht entlassen werden können. Neben Kompaktierung wie Verbrennen, Zerkleinern oder Verpressen ist deshalb die Reduzierung der atomaren Abfälle durch Dekontaminierung und Freimessung eine Kernaufgabe der Konditionierungsdienstleister geworden.…

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